Vergrautes Holz: entgrauen oder bewusst grau lassen?

Unbehandeltes Holz wird im Freien mit der Zeit grau. Für die einen ist das ein Schaden, für die anderen der gewünschte skandinavische Look. Beides ist legitim, wichtig ist nur: Sie sollten es entscheiden, nicht der Zufall.
Warum Holz vergraut
UV-Strahlung baut das Lignin an der Holzoberfläche ab, Regen wäscht die Abbauprodukte aus. Zurück bleibt eine dünne, silbergraue Zellstoffschicht. Die Vergrauung ist zunächst ein optisches Phänomen, sie schützt das Holz aber nicht: Feuchtigkeit kann weiter eindringen, mit der Zeit drohen Risse und Belag.
Weg 1: Die Vergrauung stoppen und umkehren
- Reinigen und entgrauen: mit einem kräftigen Holzreiniger wie JOTUN Kraftvask die lose Grauschicht und Beläge entfernen, bei Grünbelag zusätzlich Sopp- og Algefjerner verwenden.
- Schleifen: die verwitterte Oberfläche bis aufs gesunde Holz anschleifen.
- Schützen: mit pigmentierter Lasur, Öl oder deckender Holzfarbe neu aufbauen. Die Pigmente sind der UV-Schutz, der die nächste Vergrauung verhindert.
Weg 2: Grau, aber kontrolliert
Der silbergraue Look ist beliebt, gleichmäßig schön wird er von allein aber selten: Wetterseiten vergrauen schneller, geschützte Bereiche bleiben fleckig gelb. Die Lösung sind Vergrauungslasuren, die den Patina-Look vom ersten Tag an gleichmäßig erzeugen und das Holz dabei trotzdem schützen. Produkte dieser Kategorie finden Sie im Bereich Holzschutz unter Vor-Vergrauung.
Häufige Fragen
Ist vergrautes Holz kaputt? Nein, die Vergrauung selbst ist oberflächlich. Ungeschützt bleibt das Holz aber dauerhaft der Feuchtigkeit ausgesetzt, und das führt langfristig zu echten Schäden.
Kann ich direkt auf graues Holz streichen? Nicht empfehlenswert. Die lose Grauschicht ist kein tragfähiger Untergrund, der Anstrich haftet schlecht. Erst entgrauen, dann streichen.
Wie erhalte ich den Grauton dauerhaft gleichmäßig? Mit einer grauen Vergrauungslasur in der Wunschnuance nachhelfen statt auf die Natur zu warten. So bekommen auch Nord- und Südseite denselben Ton.